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Wilhelm Meisters Lehrjahre 5

Wilhelm Meisters Lehrjahre 5
Erstes Kapitel
Zweites Kapitel
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Viertes Kapitel
Fünftes Kapitel
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Siebentes Kapitel
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Neuntes Kapitel
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Elftes Kapitel
Zwölftes Kapitel
Dreizehntes Kapitel
Vierzehntes Kapitel
Fünfzehntes Kapitel
Sechzehntes Kapitel I
Sechzehntes Kapitel II
 
 

Sechstes Kapitel 

"Als Däne, als Nordländer ist er blond von Hause aus und hat blaue Augen." "Sollte Shakespeare daran gedacht haben?" "Bestimmt find ich es nicht ausgedrückt, aber in Verbindung mit andern Stellen scheint es mir unwidersprechlich. Ihm wird das Fechten sauer, der Schweiß läuft ihm vom Gesichte, und die Königin spricht:
 
"Er ist fett, laßt ihn zu Atem kommen."
 
Kann man sich ihn da anders als blond und wohlbehäglich vorstellen? Denn braune Leute sind in ihrer Jugend selten in diesem Falle. Paßt nicht auch seine schwankende Melancholie, seine weiche Trauer, seine tätige Unentschlossenheit besser zu einer solchen Gestalt, als wenn Sie sich einen schlanken, braunlockigen Jüngling denken, von dem man mehr Entschlossenheit und Behendigkeit erwartet?"
 
"Sie verderben mir die Imagination", rief Aurelie, "weg mit Ihrem fetten Hamlet! Stellen Sie uns ja nicht Ihren wohlbeleibten Prinzen vor! Geben Sie uns lieber irgendein Quiproquo, das uns reizt, das uns rührt. Die Intention des Autors liegt uns nicht so nahe als unser Vergnügen, und wir verlangen einen Reiz, der uns homogen ist."
 
 
 
 
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